Visual Computing Trends 2019

Symposium

, von bis

Die internationale Expertin Julia Schnabel sowie die Experten Andrew Glassner, Oliver Deussen und Ken Perlin bieten im Rahmen des biennalen Symposiums "Visual Computing Trends" einen Überblick über zukünftige Entwicklungen im Visual Computing. Hierbei sind nicht nur aktuelle Herausforderungen sowie auch wissenschaftliche und industrielle Trends ein Thema. Das Publikum wird besonders ermutigt, Fragen zu stellen und an den spannenden Diskussionen teilzunehmen.

Die Teilnahme ist kostenlos, allerdings ist eine Anmeldung aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl erforderlich.

Fotos

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Audioaufnahmen der Keynotes

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Programm

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Die 3.Keynote "The importance of appaerance for future photorealistic rendering" von Reinhard Klein (Universität Bonn) fällt leider aufgrund von gesundheitlichen Gründen aus, stattdessen hält Oliver Deussen (Universität Konstanz) die Keynote "Do we still need computer graphics research, especially for rendering?".

Die Vortragenden

Prof. Dr. Oliver Deussen (Universität Konstanz): Muss auch in Zukunft noch an der Bilderzeugung geforscht werden?

Abstract
Die Computergrafik befasst sich seit nunmehr über 50 Jahren mit der Herstellung von Bildern aus verschiedensten Datenquellen. In vielen Fällen, so etwa bei der Integration computergenerierter Szenen in Kinofilmen, ist man so weit gekommen, dass kaum jemand noch erkennen kann, welche Inhalte mit einer Kamera aufgenommen wurden und wo Computer die Bilder erzeugt haben. Auch Computerspiele erzeugen mittlerweile einen Grad an Realismus, der erwarten lässt in einigen Jahren interaktive Kinofilme zu sehen bzw. spielen zu können. Obwohl oder weil dies eine beispiellose Erfolgsgeschichte ist wirft es die Frage auf, ob es hier überhaupt noch weitere Dinge zu erforschen gibt. Ich werde in meinem Vortrag einige spannende Aspekte moderner Bilderzeugungsverfahren beschreiben und dann versuchen zu skizzieren, wohin sich die Computergrafik-Forschung in den nächsten Jahren bewegen wird und warum es notwendig ist hier weiter Grundlagenforschung zu betreiben.

Über Oliver Deussen
Prof. Dr. Oliver Deussen ist Professor für Visual Computing an der Universität Konstanz. Nach Aufenthalten in Magdeburg, Seattle und Dresden hat er am Bodensee seinen idealen Aufenthaltsort gefunden. Seine Arbeitsgebiete umfassen die nicht-fotorealistische Bilderzeugung, Informationsvisualisierung sowie Fragen der Objektmodellierung. Er ist stellv. Sprecher des Transregio Sonderforschungsbereiches "Quantitative Methoden des Visual Computing" der zusammen mit der Universität Stuttgart versucht, quantitative Bewertungsverfahren für Ergebnisse der Computergrafik und Visualisierung zu entwickeln, welche die Reproduziertbarkeit und Vergleichbarkeit verbessern. Als Gastprofessor der Chinesischen Akademie der Künste versucht er, Computergrafikforschung in China auf internationales Spitzenniveau zu heben und als Präsident der Eurographics Association treibt er die europäische Computergrafikforschung voran. Seit Januar 2019 ist er einer der drei Sprecher des Exzellenzclusters "Forschungskolleg Kollektives Verhalten" an der Universität Konstanz, wo mit Informatikmethoden Kollektivverhalten quantitativ untersucht wird, von Insekten bis hin zu Primaten.

Dr. Andrew Glassner (The Imaginary Institute): The Best of Algorithms, the Worst of Algorithms

Abstract
Bekommen Sie die ersehnte Beförderung oder Gehaltserhöhung im Job? Wird es den ersehnten Platz an der Universität geben, auf den Sie hoffen? Benötigen Sie eine Operation aufgrund eines medizinischen Problems? Erhalten Sie das Darlehen, welches Sie für die Hausrenovierung benötigen?
Fragen wie diese werden zunehmend durch eine neue Klasse von Lernalgorithmen beantwortet . Diese Algorithmen werden von Unternehmen, Regierungen, Bildungseinrichtungen, Krankenhäusern, Banken, Gebäuden und generell Institutionen verwendet, die regelmäßig Entscheidungen treffen, die unser Leben beeinflussen. Solche Algorithmen werden als attraktiv betrachtet, da sie effizient sind, und auch als fair angesehen sind. Doch tatsächlich ist klar geworden, dass diese Algorithmen routinemäßig und von Natur aus ungerecht sind, denn sie verfestigen und verstärken menschliche Befangenheit und Vorurteile in einem beispiellosen Ausmaß. Dies birgt ein enormes Schadenspotenzial. Wenn wir dies als Problem erkennen und es mit Sorgfalt und Weitsicht angehen, können wir bessere Instrumente entwickeln, die alle Menschen respektieren und fördern. Wir werden uns mit diesen Fragen und Herausforderungen befassen und einen Aufruf zur Nutzung von Technologie in menschlicher Art und Weise in die Wege leiten.

Über Andrew Glassner
Dr. Andrew Glassner ist Forscher und Berater für Computergrafik und maschinelles Lernen. Glassner hat bei Bell Communications Research gearbeitet, IBM Watson Research Lab, Xerox PARC und Microsoft Research. Zu seinen technischen Bücher zählt das Lehrbuch "Principles of Digital Image Synthesis" und die drei folgenden Bücher von "Andrew Glassners Notizbuch". Er schuf die Serie "Graphics Gems", gründete das Journal of Computer Graphics Tools, fungierte als Chefredakteur des ACM Transactions on Graphics, und war Papers Chair für SIGGRAPH '94. Glassner erschuf, schrieb und leitete das Multiplayer-Internetspiel "Dead Air" für Microsoft, sowie den animierten Kurzfilm "Chicken Crossing" und mehrere Live Action-Kurzfilme. Glassner ist ebenfalls Autor von drei Romanen. Sein aktuelles Fachbuch, "Deep Learning: Von den Grundlagen zur Praxis" ist eine komplette Einführung in das Feld, in zugänglichem und vertsändlichem Stil gehalten und beinahe ohne Mathematik. Glassner schreibt auch für Kinder, komponiert Musik und spielt Jazz-Piano.

Prof. Eduard Gröller (TU Wien/VRVis): Panel-Moderation

Über Eduard Gröller
Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Eduard Gröller ist Professor am Institute of Visual Computing & Human-Centered Technology der TU Wien, außerordentlicher Professor an der University of Bergen (Norwegen) sowie Key Researcher am VRVis. Er ist Co-Autor von mehr als 260 wissenschaftlichen Publikationen. Er hat auch in verschiedenen Programm- und Paper-Komitees mitgewirkt (z. B. Computers&Graphics, IEEE Transactions on Visualization and Graphics, EuroVis Conference, IEEE Visualization Conference, Eurographics Conference). Er war stellvertretender Vorsitzender von Volume Graphics 2005, IEEE Visualization 2005 und 2006 und Eurographics 2006. Er war Mitvorsitzender des VisSym-Symposiums 1999, der Eurographics 2011 Conference und der EuroVis 2012 Conference. Dr. Gröller war in den Jahren 2008-2011 Chefredakteur des Journal Computer Graphics Forum. Seit 2009 ist er Mitglied der Eurographics Association. Er erhielt den Eurographics 2015 Outstanding Technical Contributions Award. Dr. Gröller ist Leiter der Arbeitsgruppe Computergrafik der Österreichischen Computergesellschaft und Mitglied der IEEE Computergesellschaft, ACM (Association of Computing Machinery), GI (Gesellschaft für Informatik), OCG (Austrian Computer Society).

Mag. Ulrike Huemer (CIO Stadt Wien): Begrüßung & Eröffnung der VCT2019

Über Ulrike Huemer
Mag.a Ulrike Huemer ist Juristin und CIO der Stadt Wien. Nach Jahren als Assistentin für Staatsrecht an der Universität Linz betreute sie für den Österreichischen Städtebund die Verhandlungen im Österreich Konvent. Es folgten Jahre in der Finanzverwaltung der Stadt Wien, u.a mit den Themen Finanzausgleich, Öffentliches Haushaltswesen, Finanzierung öffentlicher Infrastruktur. Als Leiterin des Rechnungs- und Abgabenwesens der Stadt Wien hat sie sich intensiv mit EGovernment und Verwaltungsmodernisierung beschäftigte und die SAP-Einführung innerhalb der Stadt Wien finalisierte. Seit März 2014 ist sie CIO der Stadt Wien. In dieser Funktion setzt sie sich besonders dafür ein, dass die Digitalisierung als zentrales Thema für Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung erkannt wird. Ferner dass verstärkt Frauen in der IKT beschäftigt werden. Dafür wurden zwei Initiativen die Digitale Agenda Wien (www.digitaleagenda.wien) und Digital City Wien (www.digitalcity.wien) ins Leben gerufen.

Prof. Ken Perlin (New York University): Experiments in Future Reality

Abstract
Ken Perlin wird zwei Themen diskutieren. CHALKTALK ist ein leistungsstarkes Softwaretool, das es BenutzerInnen ermöglicht, prozedural animierte Charaktere und Simulationen zu erstellen, indem einfach Skizzen gezeichnet werden und diese zu leistungsstarken erklärenden Animationen und Simulationen verbindunden werden. Wir verwenden CHALKTALK sowohl als Lehrmittel als auch als Prototyp, wie eine gemeinsame Bildsprache in einer Zukunft aussehen würde, in der Augmented Reality allgegenwärtig geworden ist.
CAVE ist eine neue Geschichte über Schicksal und Familie, die speziell für ein zusammengestelltes Publikum in Extended Reality entwickelt wurde. In dieser facettenreichen Erfahrung wird das Publikum mitgenommen auf eine Reise zurück zu den Zeiten, als am Lagerfeuer Geschichten erzählt wurden. CAVE ist eine Geschichte des Erwachsenwerdens, die durch die neueste Erfahrungstechnologie mit binauralem Audio, gemischter Realität und einer co-lokierten, ungebundenen Virtual-Reality-Erfahrung für ein beispielloses Publikum von mehreren Dutzend Zuschauern gleichzeitig erzählt wird. Wir haben es im vergangenen August etwa 2000 TeilnehmerInnen von SIGGRAPH 2018 gezeigt.

Über Ken Perlin
Ken Perlin, Professor am Department of Computer Science der New York University, leitet das Future Reality Lab und ist Mitglied der Fakultät am NYU MAGNET. Seine Forschungsinteressen umfassen zukünftige Realität, Grafik und Animation, Benutzeroberflächen und Bildung. Er ist Chefwissenschaftler bei Tactonic Technologies und Holojam Inc. und Berater von High Fidelity. Er erhielt einen Academy Award for Technical Achievement von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences für seine rausch- und turbulenzfreien Verfahren zur Texturierung, sowie für seine Mitgliedschaft in der ACM/SIGGRAPH Academy, der ACM/SIGGRAPH Computer Graphics Achievement Award 2008, der TrapCode Award für Leistungen in der Computergrafikforschung, der NYC Mayor's Award für hervorragende Leistungen in Wissenschaft und Technologie und der Sokol Award für herausragende wissenschaftliche Fakultät an der NYU sowie ein Presidential Young Investigator Award der National Science Foundation. Er ist Mitglied des Advisory Board des Centre for Digital Media beim GNWC und externer Prüfer für das Programm Interaktive Digitale Medien am Trinity College. Zuvor war er Mitglied des Programmkomitees der AAAS, war Generaldirektor der UIST2010-Konferenz, leitete das NYU Center for Advanced Technology and Games for Learning Institute und war ein gefragter Künstler im Whitney Museum of American Art. Er promovierte in Informatik an der NYU und erwarb einen B.A. in theoretischer Mathematik an der Harvard University. Vor seiner Tätigkeit bei NYU war er Head of Software Development bei R/GREENBERG Associates in New York, NY. Davor war er Systemarchitekt für computergenerierte Animation bei MAGI.

Prof. Julia Schnabel (King's College London): The Future of Computer Vision in Biomedical Imaging

Abstract
In diesem Vortrag werde ich Interaktionen zwischen Computer Vision und medizinischer Bildgebung vorstellen, die wesentlich zu den jüngsten Fortschritten auf diesem Gebiet beigetragen haben, wie z. B. Deep Learning-Architekturen für die (medizinische) Bildklassifikation, Segmentierung und Rekonstruktion. Das Zusammenspiel zwischen Computer Vision und medizinischer Bildgebung ist wichtig, nicht zuletzt, da die Computer Vision Community größer ist, Zugang zu mehr Daten hat und von mehr industrieller Unterstützung profitiert, aber gleichzeitig auf vergleichsweise "einfache" Aufgaben beschränkt ist, die fast ausschließlich auf natürlichen Bildern und Videos basieren. Im Gegensatz dazu verwendet die medizinische Bildgebung eine Vielzahl von verschiedenen, sich ergänzenden Bildmodalitäten und -protokollen, ist anfällig für Patienten- und Krankheitsschwankungen und bildgebende Artefakte, die wichtige diagnostische Details verdecken können. Ich werde mich an einer Reihe von Beispielen aus der Krebs-, Herz- und Fetalbildgebung orientieren, um sowohl die Leistungsfähigkeit als auch die Herausforderungen von Computer Vision Ansätzen zu veranschaulichen, die in der medizinischen Bildgebung angewendet werden.

Über Julia Schnabel
Julia Schnabel hat im Juli 2015 als Lehrstuhlinhaberin für Computational Imaging an der School Biomedical Engineering and Imaging Sciences, King's College London, angefangen. Sie ist Direktorin des EPSRC Centre for Doctoral Training in Medical Imaging, das gemeinsam vom King's College London und dem Imperial College London betrieben wird. Zuvor war sie Professorin für Ingenieurwissenschaften an der University of Oxford und Fellow in Engineering am St. Hilda's College, Oxford. Julia Schnabels aktuelle Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Machine Learning und Deep Learning, nichtlineare Bewegungsmodellierung, Multimodalität und quantitative Bildgebung für Anwendungen in der Krebs-, Herz-Kreislauf- und Fetalbildgebung, in denen sie über 150 Peer-Review-Papiere veröffentlicht hat. Sie ist Mitherausgeberin von IEEE Transactions on Medical Imaging und IEEE Transactions on Biomedical Engineering, Mitglied des Editorial Board of Medical Image Analysis und Direktorin der International Medical Imaging Summer School (MISS), die sich mit der Schnittstelle zwischen medizinischer Bildgebung, Computer Vision und Machine/Deep Learning beschäftigt. Sie war Programmvorsitzende der International Conference on Medical Image Computing and Computer Assisted Intervention (MICCAI) 2018 in Granada, Spanien, wo sie Fellow der MICCAI Society wurde. Sie ist gewähltes Mitglied des Vorstands der MICCAI Society und des IEEE EMBS Verwaltungsausschusses (ab 2017) sowie Mitglied des Inria Science Board.

Anreise

Das TechGate befindet sich hier.

Wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, nehmen Sie die U1 bis Station Kaisermühlen - Vienna International Center (Ausgang Schüttausstraße) oder 20A, 92A Station Vienna International Center.

Für die Anreise mit dem PKW nehmen Sie die A22 Ausfahrt Donau-City Wagramer Straße Kreuzung Donau-City-Straße.

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