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EU-Projekt ARCHES

Mit Technologie zum barrierefreien Museum: ARCHES Abschlussveranstaltung

Foto oben links: der Multimediaguide sowie das taktile Relief "Der Vogeldieb" von Pieter Bruegel d.Ä.; Foto oben rechts: verschiedene taktile Reliefe, die das VRVis anfertigte; Foto unten links: die Präsentation der Projektergebnisse im KHM; Foto unten rechts: eine Besucherin mit Sehbeinträchtigung betastet das taktile Relief (Foto 1-3 (c) KHM-Museumsverband; Foto 4 (c) VRVis)

Seit rund 10 Jahren beschäftigt sich ein Teil der Forschungsgruppe "Multiple Senses" des VRVis damit, Kunst mittels Technologie auch für Menschen mit Beeinträchtigungen zugänglich zu machen und Museen barrierefreier zu gestalten. Diese wichtige Arbeit wird aktuell im Rahmen des H2020 Projekts ARCHES fortgeführt – VRVis ist hier nicht nur Projektpartner, sondern auch Projektkoordinator. ARCHES steht für „Accessible Ressources for Cultural Heritage EcoSystems“, was sinngemäß auf Deutsch bedeutet, dass barrierefreie Informationsträger zur Vermittlung des kulturellen Erbes erstellt werden sollen.

Am Mittwoch, 3. Juli 2019 fand im Kunsthistorischen Museum die Präsentation der Ergebnisse des ARCHES Projekts statt. Ein besonderer Bestandteil der Entwicklungsarbeit war der Beitrag von Menschen mit verschiedenen Seh-, Gehör- und kognitiven Beeinträchtigungen, die im Rahmen von insgesamt 30 abgehaltenen partizipativen Workshops den Forscherinnen und Forschern halfen zu erarbeiten, wie barrierefreie Kunst in Museen aussehen könnte. Nun wurde das Ergebnis dieser Arbeit präsentiert: ein interaktives Tatrelief, welches am VRVis entwickelt wurde. Als Sujet wurde "Der Vogeldieb" von Pieter Bruegel d. Älteren gewählt.

Hierbei handelt es sich um tastbare 3D-Drucke von Kunstwerken. Diese betastbaren Reliefe ergänzen das Originalkunstwerk in seiner Erlebbarkeit und verleihen eine weitere Dimension, von der selbstverständlich auch reguläre Besucher und Besucherinnen profitieren können. Dazu wurde ein gestengesteuerter Multimediaguide entwickelt, der beispielsweise auf einen Fingerzeig reagiert. Dieser erweitert die Interaktionsmöglichkeiten mit dem Kunstwerk, indem er Informationen zum und rund um das Ausstellungsstück bietet – als Audiodatei, als Text zum Lesen oder in Gebärdensprachenvideos. Animationen und Soundeffekte runden das Angebot ab und wecken zusätzlich auch das Interesse von Kindern.

Die Projektfortschritte aller teilnehmenden Museen und die finale ARCHES App werden am 7. November 2019 in Madrid präsentiert.

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