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Nachruf

Nachruf auf Privatdozent Dipl.-Ing. Dr. Robert Tobler,
1968 – 2016

Mit großer Betroffenheit und Trauer mussten wir erfahren, dass Robert Tobler am Sonntag, dem 3. April 2016, nachmittags mit seinem Segelflieger auf der Mussen in Kötschach-Mauthen (Kärnten) tödlich abgestürzt ist.
Robert fiel schon während seines Informatikstudiums an der TU Wien als besonders intelligent und zielgerichtet auf, und er graduierte bereits mit 22 Jahren zum Diplom-Ingenieur der Informatik. Schon damals interessierte ihn sehr die Computergraphik, und seine Nähe zum Institut inspirierte uns zur Gründung des Computergraphik-Clubs, einer Gruppe von besonders engagierten Informatikstudierenden, die sehr eng mit dem Institut für Computergraphik verbunden sind. Robert Tobler war deren erstes Mitglied!

Danach studierte er noch mit einem Fulbright Stipendium in Stanford, USA, wo er mit einem Master of Science in Computer Science abschloss. Und nach dem Bundesheer und einem halben Jahr bei IBM in Wien war er sechs Jahre lang Assistent am Institut für Computergraphik der TU Wien, in dieser Zeit erwarb er auch den Doktor der technischen Wissenschaften. Anfang 2000 wechselte er als Senior Researcher in die neu gegründete VRVis Forschungs-GmbH, in der er der erste Angestellte war. Diesen Job behielt er bis zuletzt, weil er die inhaltliche Forschungsarbeit immer einem Karrieresprung in eine Managementtätigkeit vorzog. Daneben lehrte er im Rahmen verschiedener Lehraufträge an der TU Wien, und erzielte stets ausgezeichnete Bewertungen durch seine Studentinnen und Studenten. 2015 habilitierte er sich schließlich an der TU Wien, worüber er besonders stolz war. Seine Hinterlassenschaft inkludiert eine große Anzahl gutzitierter wissenschaftlicher Beiträge, und er war in der internationalen Rendering-Community ein bekannter und beliebter Kollege.

Gespräche mit Robert mündeten meist in eines von vier Themen: seine Programmiertricks und Software Engineering-Lösungen, seine Kameras und Fotografien, klassische Musik und seine CD-Sammlung oder sein Segelflugzeug und die stundenlangen Reisen, die er damit unternahm. Bei diesen Themen war seinem Enthusiasmus jedoch kaum Einhalt zu gebieten. Seine Devise bei allem, was er unternahm, war „ganz oder gar nicht“ (außer beim Apfelsaft). Und so lebte er mit und für seine Hobbies, zu denen auch sein Job voll dazu gehörte. Leider war eines seiner Hobbies mit für ihn letztlich nicht kalkulierbaren Gefahren verbunden, denen er jetzt erlag. Es bleibt der Trost, dass er seine letzten Stunden im Segelflieger sicher sehr genossen hat. Es bleibt aber auch eine große Lücke, sowohl am Arbeitsplatz, wo er einer der Leistungsträger war, als auch in unseren Herzen, weil er in vielerlei Hinsicht ein besonderer Mensch war.